Das Overton-Fenster als Waffe

Rund um das Entstehen von Schmalbart und Correctivs Reporter-Fabrik (hier das Konzept-PDF) hat sich eine Diskussion entsponnen, ob Fakten, Diskussionsstrategien auf Social Media oder Medienbildung gegen die Propagandamethoden der Neu-Rechten helfen. Es soll versucht werden, den öffentlichen Diskurs zurückzuerobern. Von den Correctiv-Plänen gibt’s noch nicht so viel Infos, von Schmalbart auch wenig Konkretes, aber zum Beispiel: “Es gibt Projekte zu Psychotargeting, Quellenüberprüfung, Datenvisualisierung und Medienkompetenz in der Schule.” Insgesamt hört sich das, was ich bis jetzt über Schmalbart gehört habe so an als ob eine Journalisten- und Marketing-Bubble sich aufmacht, die Diskussionkultur in den sozialen Medien zu retten, möglichst losgelöst von einer politischen Gesinnung um eine möglichst breite Masse einzubeziehen, quasi der Women’s March des Internetaktivismus oder so. Da ließen sich auch ähnliche Kritikpunkte wie am Women’s March aufmachen, z.B.: Wie divers ist das ganze aufgestellt und in den Zielsetzungen? usw. Oder mit kam auch die Frage: Warum wird das an Breitbart aufgehängt und nicht an Compact oder RT, die hier ja schon lange sehr präsent sind. Bei mir hat es angeregt, mal ein paar Gedanken zu der ganzen rechten Desinformationspropaganda zu sammeln, die mir seit Wochen im Kopf herumschwirren.

Ab jetzt wird zurückgepostet! ^^

Eine Idee von Schmalbart ist eine Datenbank mit snackable Fakten-Content: Fakten zu typischen rechten Themen wie Flüchtlingsverbrechensrate sollen zu Bildchen oder ähnlichem aufbereitet werden, die Menschen dann bequem auf Social Media verbreiten können. Anti-komplex gegen Rechts, Hauptsache Präsenz zeigen, dagegen halten. Kann sowas Erfolg haben? Hat jemand schon mal analysiert hat, warum das bislang nicht funktioniert hat? Denn auf diese Methode sind ja andere auch schon in diversen Formen gekommen, als PEGIDA aufkam. Ein paar alte Links habe ich noch: hier, hier, hier, hier, hier oder hier. Diese Websites und Social Media-Bildchen mit Fakten oder Slogans hatte ich mir damals immer in einem Extra-Fakten-Folder in meinen Bookmarks abgespeichert. Dahin, wo auch schon die Fakten zu Feminismus und LGBT*-Themen waren. Eine zeitlang habe ich immer, wenn ich über eine Diskussion stolperte, z.B. in den Kommentaren unter bestimmten Artikel-Postings von Zeitungen auf Facebook, wenigstens ein paar Fakten zwischen die rassistischen Hetzkommentare gesetzt, wenn mir die Energie zum Diskutieren nicht reichte. Mir und anderen ging es darum, den Neu-Rechten den öffentlichen Diskurs nicht alleine zu überlassen, aber mich auch nicht auf sinnlose Diskussionen mit Rechten einzulassen, letztlich einfach online genauso wenig wegzugucken, wie ich es offline tun möchte, wenn jemand rassistisch, sexistisch oder homophob rumplärrt. Etwas, was ich mir im queer/feministischen Diskurs online ziemlich abgewöhnt habe, denn da war mir die bewusste Eskalierung durch die Gegenseite schon viel länger bekannt.
Ich wurde dessen dann aber auch im rechten Diskurs bald müde, weil mir klar wurde, dass von der Neu-Rechten gegen Flüchtlinge genauso großangelegte Kampagnen mit Fake-Accounts und gezielte rhetorische Strategien zur Desinformation und Erschöpfung der “Gegner*innen” eingesetzt wurden. Wenn du dagegen anzugehen versuchst, fühlst du dich irgendwann nur noch wie die Müllabfuhr von Facebook, ganz zu schweigen von den Hass-Aktionen, die du abbekommen kannst. Und solange die Plattformen nicht selbst aktiver helfen, erscheint mir das als ein recht aussichtsloser Kampf, ein Wettrüsten das letztlich nur Facebook gewinnt, da immer mehr Leute immer posten und klicken.
Vielleicht war es damals aber auch noch nicht schlimm genug oder es wurden nicht genug Leute dafür mobilisiert, deswegen: Wer das für eine sinnvolle Methode hält: Aktuell gibt es zum Beispiel unter den Hashtags #ichbinhier oder #wirsindda auf Facebook derzeit Menschen, die versuchen sich “wider den Hass” zu organisieren. Könnte ein Ableger von Schmalbart sein. Ich hoffe aber schon, dass die Facebookgruppe “Freundlich sein zur AfD” nicht zu Schmalbart gehört: “Die Mitglieder haben es sich zum Ziel gesetzt, möglichst regelmäßig Facebookseiten der AfD und anderer Rechtspopulisten aufzusuchen, um dort den sachlichen Diskurs zu suchen. Das heißt, sich beleidigen zu lassen, ohne zurück zu geifern, Argumente gelten zu lassen, wo sie faktisch korrekt sind, aber eben auch an rostigen Stellen in der Argumentationskette des Gegenübers zu rütteln.” I can’t even. Früher hätte ich darauf einfach Wiglaf Drostes “Mit Nazis reden” zitiert, aber heute scheint mir das zu wenig.

“Eine Art von Referenzkatastrophe”

Ob AfD, ob Trump, ob Richard Spencer oder Milo Yiannopoulus, oder ihre ganzen namenlosen Anhängerlein: Vielen der Neu-Rechten geht es bei ihren öffentlichen Äußerungen darum, das Gegenüber, das auf Logik und Fakten gepolt ist, mit Vagheit, mit Provokation, mit der Verweigerung sich festlegen zu lassen und anderen semiotischen und rhetorischen Methoden strategisch zu zermürben. Gleichzeitig soll dabei den Anhänger*innen ein Gefühl des Zusammenhalts, der Macht und der Möglichkeit zu Veränderung vermittelt werden, das über die Abgrenzung von anderen funktioniert. Sie produzieren zutiefst faschistische Reden, Provokationen und Memes, ohne die Grenze zur Strafbarkeit zu überschreiten, aber ihre Gegner*innen in einer Empörungswelle nach der anderen zu emotionalisieren oder sie in einer endlosen Diskussionsschleife um Interpretationsvarianten zu verheddern. Schlimmstenfalls: sie auch noch gegeneinander aufzubringen.
Ein Beispiel für die Zermürbung zeigt ein Blogposting von Moritz Hoffmann sehr schön, der nur einen einzelnen Absatz aus Höckes Rede korrigiert hat, und dabei schon immer mehr verstrickt wurde. Die Analyse macht, fürchte ich, bei solchen Taktiken auf der inhaltlichen Ebene leider wenig Sinn; weder um argumentativ dagegenzuhalten, noch um Gesinnungen zu ändern, denn die rechte Desinformation im Detail zu zerlegen ist für die meisten einfach TL;DR (ich lese schon halbwegs viel, aber ich komme nicht mal halbwegs nach, die ganzen Faktencheck- und Erklär-Artikel zu lesen, die es inzwischen am laufenden Band gibt) und sie glauben nicht an Fakten, und Höckes Rede funktioniert eben auch nicht über den konkreten Inhalt, sondern über das Gefühl von einer veränderungsverheißenden faschistischen kollektiven Wut, das zwischen den Zeilen spürbar wird, ohne dass es explizit ausgesprochen wird. Gefühlte Wahrheit ist hier ein hilfreicher Begriff.  Yves Error beschreibt das in Analyse & Kritik sehr schön als “Referenzkatastrophe”:
Bei Menschen mit einem herkömmlichen politischen Vokabular, sei es bürgerlich oder kritisch, erzeugen diese Sprachmuster eine Art Referenzkatastrophe. Ständig werden Argumente gebracht, auf die einzugehen sich nicht aus Gründen der Meinung oder Moral verbietet, sondern aus dem Grund ihrer logischen und begrifflichen Inkohärenz. … Dieser rechte Anti-Diskurs ist es, der auch als postfaktische Politik bezeichnet wird. Vorurteile und Abwehrhaltungen werden hier nicht begründet, sondern einfach behauptet. Die Rechte erzeugt so eine »Sprachbarriere« hinter der sich ihr Gesellschaftsbild munter entwickeln kann und abstrakte Ängste als kollektiv performte Wut Gestalt annehmen, z.B. in den 921 von der Polizei gezählten Angriffen auf Geflüchtete und Asylunterkünfte im vergangenen Jahr in Deutschland. Erfolge einer Politik, die zwar verbal, aber nicht mehr argumentativ funktioniert – mittels der Faszination von Worten, die wirken ohne zu bedeuten und Sprechakten, die nur als Gewaltakte im aggressiven Gestus des Ressentiments ihren Sinn finden.
According to the American philosopher Harry G Frankfurt  the key difference between the liar and the bullshit artist is that the liar has at least some regard for the truth. The liar has a clear idea of what the reality of a situation is, and wants their audience to believe the opposite. The bullshit artist doesn’t care about truth at all — they have renounced citizenship of what the Bush administration infamously called ‘the reality-based community.’ The liar wishes to conceal the truth. The bullshit artist, by contrast, wants to destroy the entire concept of truth, not to deceive but to confuse, confound and control. This is what people mean when they refer to our political moment as a ‘post truth’ age.

Mit Zahlen gegen gefühlte Wahrheiten

Wo die Zersetzung eines Wahrheitsbegriffs, der auf gesellschaftlichem Konsens basiert, das Ziel der desinformierenden Redeformen ist, werden snackable Fakten als aufklärerisches Konter eher wenig bewirken und auch nicht Correctivs Fakten-Arbeit für Facebook. Der Begriff “post-faktisch” zwar auch im deutsch-sprachigen Raum aufgegriffen, aber von Medien so schnell wahllos als Hypewort verwendet, dass der eigentliche Sinn verloren ging. Ich fand ihn eigentlich schon hilfreich, aber er gehört in einen Kontext von Strategie. “Post-faktisch” einfach nur als “denen sind Fakten egal” oder “Fakten kümmern niemanden mehr” zu verwenden, verwässert ihn. “Post-truth” heißt er im Englischen, aber vielleicht wäre es stattdessen hilfreich den guten alten Begriff des “Truthers” zu verwenden, der Leute bezeichnete, die an Verschwörungstheorien rund um 9/11, Mondlandung oder sonstwas glauben, und sich zu ihren gefühlten Wahrheiten beliebige Belege suchen.
Nathan Jurgenson hat den Begriff im Trump-Kontext aufgegriffen und der Truthiness dabei den ebenso hilfreichen Begriff der Factiness entgegensetzt, um zu erklären, warum das (noch dazu oft vereinfachende und und bias-ignorierende) bloße Vertrauen auf Daten und Statistiken als Fakten ohne eine vereinende gefühlte Wahrheit, ein Narrativ, nicht als Gegenmittel funktioniert:
“truthiness,” which we might define as ignoring facts in the name of some larger truth. The facts of Obama’s birthplace mattered less for them than their own racist “truth” of white superiority. Perhaps we need to start articulating a left-wing version of truthiness: let’s call it “factiness.” Factiness is the taste for the feel and aesthetic of “facts,” often at the expense of missing the truth. From silly self-help-y TED talks to bad NPR-style neuroscience science updates to wrapping ourselves in the misleading scientisim of Fivethirtyeight statistics, factiness is obsessing over and covering ourselves in fact after fact while still missing bigger truths.

Verschiebung des Wertesystems durch Ausweitung des Sagbaren

Aber weiter zur neu-rechten Rhetorik: Jason Stanley hat wie Laurie Penny, den Frankfurtschen Bullshit-Begriff für die sprachliche Methode der Neu-Rechten, explizit Trumps Stil, aufgegriffen, sieht ihn aber nur auf technischer Ebene als zutreffend. Er greift zum besseren Verständnis Hannah Ahrendts Schriften zu autoritärer Propaganda auf, und erklärt: Es ist in einer freiheitlichen Demokratie schwierig, eine Botschaft zu finden, die für die Vielfalt der Wertesysteme gleichermaßen passt – davon können Werbebranche und Politik gleichermaßen ein Lied singen. Um die eigenen Machtvorstellungen angesichts eines so diversen Publikums durchzusetzen, bei dem auch noch verschiedenste Wertesysteme miteinander in Konflikt stehen, erschafft die Neu-Rechte im Truther-Stil eine möglichst einfache Realität, die sich echt anfühlt, weil sie etwas Komplexes schön einfach erklärt und  meist auch noch Sündenböcke für Probleme bietet und ein wir-gegen-die Gruppengefühl schafft, und, ganz wichtig: Die den Zweck erfüllt, nach und nach das Wertesystem des Publikums zu verändern. Ähnliches haben andere mit der bewussten “Ausweitung des Sagbaren” oder “Vergrößerung des Overton-Fensters” benannt. Es weniger um Überzeugung durch das inhaltlich Gesagte, sondern um eine Verschiebung des Wertesystem. Und genau deswegen muss es Dinge geben, die wir nicht tolerieren, sonst kann Meinungsfreiheit zur Waffe gegen die Demokratie werden.
Das ist ein Prozess, der eigentlich schon seit Sarrazins ‘Man wird doch wohl noch sagen dürfen’ von den Medien mitgespielt wird. Beispielsweise mal ausgeführt: Es wird behauptet, und damit die fiktive Realität geschaffen, dass ‘man’ gewisse Sachen nicht mehr aussprechen dürfe. Das ist provokativ, vor allem weil jemand eine Opferhaltung einnimmt, die ihm faktisch nicht zukommt, aber: Hey, Meinungspluralität in den Medien! Hey, mehr Aufregung bringt mehr Klicks! Also geben wir es als eine Meinung aus, die eine demokratische Gesellschaft aushalten muss, und geben ihm eine Plattform. Damit wird die Aussage eigentlich endgültig absurd, denn a) wird in dem Text, der sich beklagt, dass man etwas nicht mehr aussprechen dürfe, genau das angeblich Nicht-Aussprechbare ausgesprochen und b) werden ihm noch dazu die größten Medien als Plattform gestellt. Es ‘wissen’ eigentlich die meisten, dass es Quatsch ist, aber es ‘fühlt’ sich für viele – Leute wie Mario Barth füllten mit Ähnlichem ganze Stadien – irgendwie wahr an. Sonst würde es ja auch nicht in allen Medien auftauchen. Der Fokus sollte deswegen auch nicht nur auf Online-Diskussion liegen, auch die traditionellen Medienhäuser gehören in die Verantwortung genommen: Intolerante anti-feministische, anti-homophobe und rassistische Inhalte werden nicht nur von Rechten auf Social Media verbreitet, nein, ihnen wird auch in Meinungskolumnen und Talkshows Platz gegeben. Et voilà: nach und nach wird immer öfter und immer schärfer von einer “Verbotskultur” gesprochen. Das Wertesystem hat sich verschoben.
Hier auch mal ein paar Tweets dazu aus dem Thread von @meakoppa, aus dem ich den Titel dieses Blogeintrages habe:

So funktionieren rechte Strategien letztlich heute wie damals. Die aktuellen haben Wurzeln in Kreationisten- und Trutherkreisen, sie wurden in Männerrechts- und Pick Up Artist-Ecken des Netzes – das sind auch nach wie vor völlig unterschätzte Einstiegsgruppen für Rechte – endlos ausgefeilt und nicht zuletzt im Gamergate kampferprobt. Mit Leuten wie Breitbarts Yiannopoulus sind bei der Neu-Rechten sogar diesselben Aushänge-Protagonisten am Start. Von Matt Lees gibt es einen langen Essay dazu (vor allem für Journalist*innen auch lesenswert), was hätte von Gamergate schon für die “Alt-Right” hätte gelernt werden müssen, statt Breitbart und Co abzukaufen, dass da einfach nur hysterische SJWs (Social Justice Warriors) gegen ganz ‘normale’ Menschen stehen. Das findet sich inzwischen in der rechten Hetze gegen die “grünversifften Gutmenschen” wieder, die den ganz ‘normalen’ Bürgern ihre Rechte/Spaß/Meinungsfreiheit wegnehmen. Da werden mit einer Anti-Establishment Haltung soziale gesellschaftliche Standards erodiert. Und mit dem Erstarken der Neu-Rechten ist es nun auch in der gesellschaftlichen Mitte etwas nicht mehr ganz so leicht wegzugucken, als damals, als es nur ein ‘Frauenproblem’ und Minderheitenproblem war. So diskutiert nun die bürgerliche urbane Medien- und Marketing-Klasse über Dinge, die vor Jahren zum Beispiel feministische Bloggerinnen diskutierten, die sich gegen Maskus wehren mussten – statt auf dort Gelerntes aufzubauen.
Verschiedenste rhetorische Kniffe der Neu-Rechten sind eigentlich Klassiker, hier mal ein paar mit Hilfe der Rational Wiki vorgestellt:
(also known as proof by verbosity and the Trump Tirade) is the fallacious debate tactic of drowning your opponent in a flood of individually-weak arguments in order to prevent rebuttal of the whole argument collection without great effort.
is a way of attempting to make wild accusations acceptable (and hopefully not legally actionable) by framing them as questions rather than statements. It shifts the burden of proof to one’s opponent
A concern troll visits sites of an opposing ideology and offers advice on how they could “improve” things, either in their tactical use of rhetoric, site rules, or with more philosophical consistency. The “improvements” are almost exclusively intended to be less effective.
the fallacious tactic of taking quotes out of context in order to make them seemingly agree with the quote miner’s viewpoint or to make the comments of an opponent seem more extreme or hold positions they don’t in order to make their positions easier to refute or demonize.
The balance fallacy is a logical fallacy that occurs when two sides of an argument are assumed to have equal or comparable value regardless of their respective merits, which (in turn) can lead to the conclusion that the answer to a problem is always to be found between two extremes. The latter is effectively an inverse false dilemma, discarding the two extremes rather than the middle. Balance is often a problem in the media, where confrontational or adversarial journalism might present more of a controversy about some topic than actually exists, giving equal time to fringe minority viewpoints to draw in viewers. It is effectively the opposite of bias. (vlg. zum Beispiel die Überpräsenz der AfD in den Medien)
(also tone policing) is a logical fallacy that occurs when an argument is dismissed or accepted on its presentation: typically perceived crassness, hysteria or anger
a fallacious argument style in which an irrelevant or false topic is presented in an attempt to divert attention from the original issue, with the intention of “winning” an argument by leading attention away from the original argument and on to another, often unrelated topic.

und. so. weiter.

Ich würde sagen, Faustregel bleibt (zumindest für Frauen und Minderheiten): Traue dich, laut für deine Position einzustehen, aber lerne auch, wann es sich nicht zu diskutieren lohnt, wenn du eben zum Beispiel solche Taktiken erkennst. Oft ist es einfach besser, zu löschen, blocken und ignorieren. Schon mal aus Selbstschutz.

Ich habe selbstverständlich auch keine Lösung für die Rettung der demokratischen Diskussionskultur, aber meine Begeisterung für Ansätze, bei denen ich das Gefühl [sic] habe, dass es ihnen letztlich nur darum geht, wieder mehr Gemütlichkeit für eine bürgerliche Mitte zu schaffen, statt an die Wurzeln zu gehen, hält sich in Grenzen. Andererseits ist es schön, dass überhaupt was in die Gänge zu kommen scheint und ich hoffe ganz ehrlich, dass ich mit meinem ‘Gefühl’ den Schmalbarts, #ichbinhiers und Correctivs Unrecht tue, und stattdessen die Neu-Rechte von spannenden, engagierten Projekten, die Minderheiten einschließen, total disrupted wird, statt dass sie das Netz einfach noch lärmiger machen mit einer Meme Wars Version von Lichterketten gegen Windmühlen. Ich drücke uns die Daumen.
P.S.: Noch eine Weiterleseempfehlung, über die ich heute früh gestolpert bin: In “In den Niederungen der Desinformation. Ein Selbstversuch mit RT” zeigt Sylvia Sasse, wie Russia Today die “ehemalige mediale Frontlinie zwischen Ost und West” reaktiviert” und die “rechtspopulistischen Parteien Europas diese Frontlinie dankbar ins Innere ihrer Gesellschaften” verlagern.
Überhaupt solltet ihr Geschichte der Gegenwart gleich unter euren Lieblingsblogs bookmarken, in eurem RSS Reader abonnieren, auf Facebook liken, oder wie ihr das halt handbabt, denn da gibt’s derzeit wirklich wichtige Texte, z.B. auch „At the last Trump… – Populismus und das Ende der Demokratie, wie wir sie kennen” von Christian Geulen oder der neueste: Patricia Purtschert zur Umkodierung der ursprünglichen Ziele von Identitätspolitik, It’s identity politics, stupid!

Hitler würde Rot-Rot-Grün wählen

In meiner Timeline werden gerade vermehrt empört AfD-Postings geteilt, die sich als “links” geltende Idole herausgepickt und sie mit einem “x würde AfD wählen”-Slogan versehen haben. Das geht von Che Guevara bis Sophie Scholl, letzteres auch noch mit einem Zitat vom Flugblatt 1 der Weißen Rose versehen, und das ist natürlich ein besonders großer Tabubruch.

Im kommenden Wahlkampf werden wir unendlich viel solchen Müll zu Gesicht zu bekommen. Es ist wichtig, dass wir uns davon nicht emotional aufheizen lassen und ihm nicht noch durch Re-Postings als Verstärker und Verteiler dienen. Genau das und die emotionale Aufreibung ihrer Gegner*innen ist der Zweck dieser neu-rechten Social Media Kampagnen. Es ist hilfreich, solche Postings einfach nur technisch zu betrachten: Als methodischen Tabubruch, als provokative Kampagne, aber sich nicht von den Inhalten aufwühlen zu lassen. Es geht hier nicht um Inhalte, es geht hier nicht um ein Wahlprogramm, sondern um Viralität.

Eine internationale internetaffine Neu-Rechte nutzt aus, dass soziale Netzwerke wie Facebook in erster Linie Marketinginstrumente sind. Das bedeutet, dass auf diesen Plattformen am besten gehört wird, wer am provokativsten postet oder wer bezahlt und gesponsorte Inhalte damit gezielt an bestimmte Gruppen verteilen kann. Nicht der lange gehaltvolle Inhalt macht die Runde, nein, der schrille, überspitzte Inhalt. Diese Viralität sozialer Netzwerke wird von der Neu-Rechten ganz bewusst als Taktik genutzt.

Es ist virales Marketing und der Inhalt hat da nicht mehr Wahrheitsanspruch als sonst auch in der Werbung. Es gehört zur Strategie, sich inhaltlich nicht festzulegen. Es werden immer wieder empörende und falsche Aussagen getroffen und oft danach wieder relativiert, wenn sich alle brav darüber aufgeregt haben und der rechte “Brand” wieder in aller Munde ist.

Mein Rat ist: Lieber ruhig die Methode angucken und kommentieren, als sich inhaltlich über all die einzelnen Provokationen jedes Mal auf’s Neue zu empören. Nerven schonen und nicht alles aufgeregt weiterposten, denn es wird ein langer heißer Wahlkampf.

Hier auch mal ein O-Ton Beispiel, wie sich Neu-Rechte das strategisch so denken:


P.S.: Ich verwende hier den Begriff “Neu-Rechte” als Sub-Begriff für rechte Gruppierungen, die internetaffin agieren, die sich post-moderne und linke Begrifflichkeiten aneignen, sowie Taktiken von Marginalisierten, die gegen ihre Ausgrenzung kämpfen. Außerdem ist typisch für sie, dass sie ihrer völkischen Gesinnung mit Begriffen wie ‘Ethnopluralismus’ einen pseudo-neuen Anstrich zu verleihen versuchen. Von der Methode her also quasi “liquid nazis”: Rechte, die sich auf die “flüchtige Moderne” einlassen.
Allerdings ist das “Neu” bei den “Neu-Rechten” genauso mit Vorsicht zu genießen wie das “Alt” bei der “Alt-Right”, denn das, was sie von den alten Rechten unterscheidet, wird nur taktisch eingesetzt, gilt aber in letzter Konsequenz als zu überwinden. Es ist derselbe dumpfe rechte Geist mit seiner Sehnsucht nach einer geschlossenen Volksgemeinschaft, der sich hier hinter einer zeitgeistigen Fassade verbirgt. Aber um mit einem Zygmunt Bauman-Zitat zu enden: “What has been cut apart cannot be glued back together. Abandon all hope of totality, future as well as past, you who enter the world of fluid modernity.”

Jahresendlisten-Attacke – Teil 3 ??

Ich habe schon immer eine Hassliebe zu Jahresendbestenlisten, aber die will ich hier gar nicht groß ausführen, nur eins: Es gibt zu wenige von Frauen! Um das zu ändern habe heuer mal lauter Lieblingsfrauen aus meinem Umfeld in Nürnberg gefragt, ob sie Zeit und Lust hätten für meinen Blog eine zu machen. So wurde meine erste Jahresendliste 2016 eine mit lauter großartigen Frauen aus der Nürnberger Ecke; Frauen, die sich mit allem möglichen beschäftigen – Kunst, Musik, Fotografie, Kochen, Film, Büchern, Sexualität, Menschrechtsaktivismus, Lehren, Reisen, Wissenschaft, Technik, Internetkram, Programmieren, Tanz, Politik, Gastronomie, Radio, Familie, und vieles mehr. Jeder davon verdanke ich ein bisschen von der Energie, die mich vorantreibt, und eigentlich hätte jede von ihnen einen langen Blogpost darüber verdient, warum ich sie so toll und interessant finde. Stattdessen aber überlasse ich lieber ihnen selbst den Platz, bzw ihren Jahresendlisten. Mehr davon! <3

Lange nicht alle haben mitgemacht, teils weil sie diese Listen nicht mögen, teils weil die Zeit nicht reichte (ihr könnt aber gern immer noch nachreichen!), oder – unsinnigster Grund! – weil sie denken, sie seien zu langweilig dafür. Aber es sind doch einige zusammengekommen, und die werde ich jetzt in drei Teilen veröffentlichen. Die Fotos zeigen übrigens jeweils drei Dinge, die diejenige das ganze Jahr fast immer dabei hatte, wenn sie unterwegs war.

Viel Vergnügen damit, hier kommen die dritten Fünf, mit einer anonymen Teilnehmerin, Betty Blue, Charlotte Kirchhoff, Julie Anne Noying und Martina Jung!
Hier gibt’s den ersten und hier den zweiten Teil.
Und morgen oder so folgt noch meine eigene.


MARTINA JUNG

Lieblingssongs: Yves Tumor – The feeling when you walk away

Lieblingsalben:
The Best of Burt Bacharach
Andersen Paak – Malibu
Jenny Hval – Blood Bitch

Lieblingsserien: Top of the Lake (war die einzige Serie dieses Jahr)

Lieblingsfilme:
La La Land
American Honey
A Certain Woman
-> 3x USA wie es unterschiedlicher nicht sein kann

Lieblingsbücher / Buchtipps: Chimamanda Ngozi Adichie, Die Hälfte der Sonne

Lieblings-(Online-)Magazine: Missy Magazin

Lieblings-Zeitungen/Online-Nachrichtenportale: Süddeutsche Zeitung

Lieblingsblogs: Wetterochs

Lieblings-Radiosender:
Radio Z
Bayern 2

Lieblings-Apps: Telegram

Lieblings-Konzerte: Dark Star

Lieblings-Vorträge: Da mein Kalender geklaut wurde, habe ich nur eine Hälfte des Jahres und finde keinen Lieblingsvortrag

Lieblings-ClubNight/Party: Orchid, da war ich immerhin 2x dieses Jahr

Beste Memes: Musste erst bei Wikipedia nachlesen, was das ist 😉

Übelste politische Ereignisse: Trump, Aleppo

Beste politische Aktionen: kann mich nicht entscheiden… gute Ausrede 😉

Lieblingsfeminist*in: Laurie Penny

Das Enttäuschendste an 2016: doofe Schicksalsschläge im Freundeskreis

Das Beste/Schönste an 2016: freue mich auf 2017 😉


Lieblingssongs:
Yapati, Yupata (Ultra Zook)
Bang Bang Bang (Doff’s Poi)
Gullible’s Travails (Motorpsycho)

Schlimmste Songs:
Irgendwas von Nickelback? Keine Ahnung. Ich hör ja nur das, was ich mag 😀

Lieblingsalben:
1. Carboniferous (ZU) – jaaaa, saualt, aber das war mein Frühlingsalbum.
2. Life, Water, Living (QUI) – jaaaa, auch saualt, aber das war mein Sommeralbum.
3. Motomonotono (ZEUS!) – mein Winteralbum! Und nicht ganz so alt.

Schlimmste Alben:
Kam was neues von Nickelback raus?

Lieblingsserien:
Puh.. meine wöchentliche Mix-Playlist auf Spotify? Auf die freu ich mich immer sehr! Aber richtige Serien hab ich dieses Jahr gar nicht geschaut, oder zumindest keine, an die ich mich aufgrund ihrer herausragenden Genialität sofort erinnern kann.

Enttäuschendste Serien:
The Walking Dead. Hab mir vorgenommen, endlich die letzten beiden Staffeln nachzuschauen, aber ich konnte mich einfach nicht dazu aufraffen. Lebt Daryl noch?
Stranger Things. Viel Gutes gehört, aber mir persönlich zu wenig ergreifend.
Sarah & Pietro – Hauptsache, es geht Alessio gut. Was soll sowas?!

Lieblingsfilme:
Life After Death From Above 1979. Nicht aus diesem Jahr, aber immer wieder gern geschaut.

Enttäuschendste Filme:
Ha. Trumpland. Neulich erst gekuckt und dann ewig drauf gewartet, dass Michael Moore seine Einleitungsrede beendet und der Film endlich losgeht. Hm.

Lieblingsbücher / Buchtipps:
Raymond Querneau – Stilübungen

Lieblings-(Online-)Magazine:
Smashing Magazine
Broadly VICE

Lieblingsblogs:
Hab dieses Jahr nix abonniert außer evemassacre.de 🙂

Lieblings-Radiosender: Spotify 😉

Lieblings-Apps:
Navigon
Afterlight
Boomerang

Lieblings-Konzerte:
ZU im Zentralcafé. Im Juni. Hach!
ZEUS! im Zentralcafé. Im Februar UND im Dezember. Doppelhach!
THE CHAP im Zentralcafé. Die kannte ich vorher nicht, aber die sind richtig, richtig toll.

Enttäuschendste Konzerte:
Princess Nokia.. -.-

Lieblings-Vorträge:
“How to get the public to fund your daft ideas” von Mr. Bingo auf der Beyond Tellerrand 2016.
Und neulich ein “Fachvortrag” zum Thema Cryptocurrency. Gedeckelt vom “größten Bitcoin-Nachfolger” One-Coin. Himmel, das war SO schlecht, dass es schon wieder gut war. Googelt mal. Endloser Spaß in schlaflosen Nächten garantiert!

Lieblings-ClubNight/Party:
Die MV40-Jubiläumsparty am 21. & 22. Oktober. Und das Warm-Up dazu im August.

Beste Memes:
Kiszkiloszki. Cooler Künstler, dessen Gifs schon zu Memes wurden, bevor jemand seinen Namen aussprechen konnte.

Schlimmste Memes:
Alles vong 1 nachdenkliche Sprüche her.

Beste Social Media Plattform:
Flickr
Twitter
Instagram

Schlimmste Social Media Plattform:
Snapchat. Aber nur, weil ich’s nie verstanden hab. Mach ich immer so 🙂
Facebook. Immer dieser Benachrichtigungs-Check-Zwang!
Instagram. Hassliebe.

Übelste politische Ereignisse:
Nach-Brexit-Beschluss-erstmal-Brexit-googelnde Briten.

Lieblingsfeminist*in:
Sagit Shir, Sängerin & Schlagzeugerin des famosen Duos “Hank & Cupcakes”.

Das Enttäuschendste an 2016: Dass es bald vorbei ist und man immernoch keinen altergruppengerechten Masterplan ausgearbeitet hat. Aber dafür kann 2016 ja nichts.

Das Beste/Schönste an 2016: Auch, dass es bald vorbei ist. Spannendstes Jahr der Welt.


CHARLOTTE KIRCHHOFF

Lieblingssongs:
Freedom (Beyoncé feat Kendrick Lamar)
Tilted (Christine and the Queens)
Good to love (FKA Twigs)

Schlimmste Songs: Hotline Bling (Drake)

Lieblingsalben:
Lemonade (Beyoncé)
Blonde (Frank Ocean)
To Pimp A Butterfly (Kendrick Lamar)

Schlimmste Alben: Summer 08 (Metronomy)

Lieblingsserien:
Jessica Jones
Transparent
Black Mirror

Enttäuschendste Serien:
2. Staffel von True Detective
House of Cards

Lieblingsfilme:
Toni Erdmann
Paterson
Me and Earl and the Dying Girl

Enttäuschendste Filme: Tschick

Lieblingsbücher / Buchtipps:
Hotel New Hampshire (John Irving)
Himmel und Hölle (Alice Munro)
Fast genial (Benedict Wells)

Lieblings-(Online-)Magazine:
VICE
Dazed and Confused

Lieblings-Zeitungen/Online-Nachrichtenportale:
Tagesschau
taz
SZ

Lieblingsblogs: evemassacre.de 😉

Lieblings-Radiosender:
ByteFM
Hit Radio N1

Lieblings-Apps:
Instagram
Telegram
Shazam

Lieblings-Konzerte: TOMMY GENESIS

Enttäuschendste Konzerte: Le1f

Lieblings-Vorträge:
„Lutz Eichler: Arbeit und Subjektivität“
„Post-fordistischer Safe-Space: Arbeitsverhältnisse im linken Clubkontext” (Philipp Lorig)

Lieblings-ClubNight/Party:
ORCHID
Trouble in Paradise

Beste Social Media Plattform: Facebook
Schlimmste Social Media Plattform: Facebook

Übelste politische Ereignisse: Trump wird US-Präsident

Beste politische Aktionen: #SignedByTrump (Aria Watson)

Lieblingsfeminist*in:
Carmen W.

Das Enttäuschendste an 2016: Trump wird US-Präsident

Das Beste/Schönste an 2016: We are still alive


BETTY BLUE

Lieblingssong: Brown Eyed Girl, gesungen von Van Morrison

Lieblingsserien:
The Good Wife
Stranger Things
Please Like Me
Jessica Jones
Luke Cage
Grace & Frankie

Enttäuschendste Serie: Easy

Lieblingsfilm: The mask you live in (Jennifer Siebel Newsom)

Enttäuschendster Film: Paterson (Jim Jarmusch)

Lieblingsbücher / Buchtipps:
NoViolet Bulawayo: Wir brauchen neue Namen
Elena Ferrante: Meine geniale Freundin

Lieblings-Radiosender:
Bayern 2
Deutschlandfunk

Lieblings-Konzert: Melt-Banana

Lieblings-Vorträge:
Eve Massacre: That´s why the lady is fan
Salon der unerfüllten Wünsche: Planio-Fauna (oder war das schon 2015?!)

Lieblings-ClubNight/Party: Orchid Queer Karaoke – so viel Liebe! <3

Übelste politische Ereignisse: Wo anfangen … Ich glaube, am meisten schockiert und besorgt hat mich in den letzten Wochen, wie egal den meisten Menschen außerhalb meiner kleinen Seifenblase politische (Fehl-)Entwicklungen sind.

Beste politische Aktionen: Keine bestimmte Aktion. Aber dass die Seifenblase vielleicht doch nicht so klein ist und dass es immer wieder Menschen gibt, die aktiv werden.

Lieblingsfeminist*in: Kein bestimmter Name. Aber alle, die sich etwas zutrauen und die sich nicht aufgrund ihrer Geschlechterzugehörigkeit entmutigen lassen.

Das Enttäuschendste an 2016: krankkrankkrankkrank…

Das Beste/Schönste an 2016: Dass bisher alle wieder gesund geworden sind.


ANONYMA

Lieblingssongs:
Were we once lovers? – Tindersticks
★ – David Bowie

Lieblingsalben: Blackstar – David Bowie

Lieblingsfilme:
The Ones Below
Auf einmal
Hail Caesar
The Lobster
24 Wochen

Enttäuschendste Filme: Anomalisa

Lieblingsbücher / Buchtipps: Unterleuten – Juli Zeh

Lieblings-Zeitungen/Online-Nachrichtenportale: Süddeutsche

Lieblings-Radiosender: BR 2

Lieblings-Apps: Jorte-Kalender 🙂

Lieblings-Konzerte:
Le1f (Orchid)
Fu Manchu wäre es geworden… …wenn ich nach München gefahren wäre!

Enttäuschendste Konzerte:
Savanah (Z-Bau)

Lieblings-Vorträge: …fällt mir gerade nix ein – ich hatte ‘ne tolle Fortbildung zur Palliativ-Begleitung Sterbender durch eine Psychologin aus Erlangen… …ach doch, ganz was lustig Abstruses gab’s auch: im Salon der unerfüllten Wünsche – von Keno – Titel???

Urlaube 2016:
Mecklenburgische Seenplatte
Ardèche, Südfrankreich
Berlinale

Festivals 2016:
Haldern Pop Festival (Lieblings-Band: YAK)
Folk im Park war dieses Jahr auch sehr nice (Lieblingsband: The Slow Show)!

Beste Social Media Plattform: arrgghh!

Übelste politische Ereignisse: Wahlkampf USA – und Wahlergebnis!!!

Beste politische Aktionen: NO NÜGIDA

Beste Theaterstücke:
Terror
Und dann kam Mirna (Sibylle Berg)

Lieblingsfeminist*in: Juli Zeh – als Schriftstellerin und als politisch Stellung-Beziehende!

Das Beste/Schönste an 2016: …nicht wirklich DAS Beste 2016, aber auf jeden Fall sehr schön war mein 50. Geburtstag im Juni; – das Datum /der Anlass war “nicht ohne” für mich im Vorfeld – und mein Altern ist es auch jetzt immer wieder mal – aber dann – trotz aller familiären Untiefen, insbesondere in der Zeit, war die Feier in der Pforte, mit u.a. King Kaag an den turntables und mit vielen meiner Liebsten als Gäste, ein absolutes Highlight für mich 🙂

Jahresendlisten-Attacke – Teil 2 ??

Ich habe schon immer eine Hassliebe zu Jahresendbestenlisten, aber die will ich hier gar nicht groß ausführen, nur eins: Es gibt zu wenige von Frauen! Um das zu ändern habe heuer mal lauter Lieblingsfrauen aus meinem Umfeld in Nürnberg gefragt, ob sie Zeit und Lust hätten für meinen Blog eine zu machen. So wurde meine erste Jahresendliste 2016 eine mit lauter großartigen Frauen aus der Nürnberger Ecke; Frauen, die sich mit allem möglichen beschäftigen – Kunst, Musik, Fotografie, Kochen, Film, Büchern, Sexualität, Menschrechtsaktivismus, Lehren, Reisen, Wissenschaft, Technik, Internetkram, Programmieren, Tanz, Politik, Gastronomie, Radio, Familie, und vieles mehr. Jeder davon verdanke ich ein bisschen von der Energie, die mich vorantreibt, und eigentlich hätte jede von ihnen einen langen Blogpost darüber verdient, warum ich sie so toll und interessant finde. Stattdessen aber überlasse ich lieber ihnen selbst den Platz, bzw ihren Jahresendlisten. Mehr davon! <3

Lange nicht alle haben mitgemacht, teils weil sie diese Listen nicht mögen, teils weil die Zeit nicht reichte (ihr könnt aber gern immer noch nachreichen!), oder – unsinnigster Grund! – weil sie denken, sie seien zu langweilig dafür. Aber es sind doch einige zusammengekommen, und die werde ich jetzt in drei Teilen veröffentlichen. Die Fotos zeigen übrigens jeweils drei Dinge, die diejenige das ganze Jahr fast immer dabei hatte, wenn sie unterwegs war.

Viel Vergnügen damit, hier kommen die zweiten Fünf: Carmen ‘double u cc’, Jana Wernicke, Maggie Bernreuther, Bettina Wagegg und Verena Bäumler!
(Die ersten Fünf findet ihr hier.)


VERENA BÄUMLER

Lieblingssongs:
Ankathie Koi – Little Hell
MIA – Borders
OK Kid – Gute Menschen

Schlimmste Songs:
Alles von Naidoo. Und alles von diesen weinerlichen Deutschpopjüngelchen, die ich nicht mal googlen mag jetzt.

Lieblingsalben:
Mantar – Ode to the Flame
Warpaint – Heads up
Amen Ra – Mass V (2012)

Lieblingsserien:
Unterhaltung: Insecure / Good Behaviour / Divorce
Sonst: Black Mirror / Ash vs. Evil Dead / Horace and Pete

Enttäuschendste Serien:
American Horror Story Roanoke
The Strain
Wayward Pines 2. Staffel

Lieblingsfilme, Sektor Horror/Obskur:
The Devil’s Candy
The Eyes of My Mother
The Greasy Strangler

Lieblingsfilme:
Swiss Army Man
Green Room
The Lobster

Enttäuschendste Filme:
Der Marsianer (nicht, dass die Erwartungen gross waren)
Tale of Tales
Mustang

Lieblingsbücher / Buchtipps:
Ja, Panik – Futur II
Helge Timmerberg – Tiger fressen keine Yogis
Almut Klotz – Fotzenfenderschweine (noch nicht durch, aber…!)

Lieblings-Zeitungen/Online-Nachrichtenportale:
taz
zeit
indymedia

Lieblingsblogs:
Birth Movies Death (Obvious.)
Der Hotlistblog (Immergute Buchtipps)
Adventure Cats (Weil Eskapismus + Katze einfach ein großartiger Traum ist)

Lieblings-Radiosender:
Radio Z
DR Kultur

Lieblings-Apps:
Alle gelöschten, die Speicherplatz schaffen. Am liebsten bin ich da im digitalen Neandertal – und hab mehr Platz für Bilder und jajaja Katzenvideos.

Lieblings-Konzerte:
Mantar
Metz
Shadowhouse
Kadavar
John Coffey
Human Abfall
Astronautalis & Ceschi

Enttäuschendste Konzerte:
Die Nerven
Laibach
Klangstabil
(Alle drei aber „enttäuschend“ auf relativ hohem Niveau, und mit Sicherheit auch aus subjektiver Tagessicht. Nachtsicht mit Nachsicht ;)… Whatever.)

Lieblings-ClubNight/Party: gibt’s meist im Zentralcafe.

Beste Memes:
Explosm
Reddit History Condensed

Beste Social Media Plattform: Facebook
Schlimmste Social Media Plattform: Facebook

Übelste politische Ereignisse: Zuviele, um sie aufzuzählen. Exemplarisch: die – Minimum! – unterlassene Hilfeleistung an den Geflüchteten dieser Welt.

Lieblingsfeminist*in:
Hande Kader
Hannah Arendt (all-time)

Das Enttäuschendste an 2016: Zuviel Tod und Leid.
Das Beste/Schönste an 2016: Es ist endlich zu Ende.

Serienhoffnungen 2017:
Riverdale
This is Us
American Gods

Filmhoffnungen 2017:
Bladerunner 2049
Moonlight
The Transfiguration
Hunt for the Wilderpeople …


BETTINA WAGEGG

Lieblingsbücher:
Klaus Theweleit: Das Lachen der Täter
Chimamande Ngozie Adichie: Blauer Hibiskus
Peter Sichrovsky: Schuldig geboren – Kinder aus Nazifamilien

Lieblings-Zeitungen / Online-Nachrichtenportale:
Zeit.de
Taz.de
Guardian.com

Lieblingsblogs: evemassacre.de

Lieblingsvorträge:
That’s Why The Lady Is A Fan (eve massacre)
Jihad Rap (Yvonne Kunz)

Lieblings-Apps:
Twitter
Telegram

Lieblings-Konzerte:
Savages 03/16 mit Bo-Ningen als Support
Kate Tempest 11/16
Don Vito 12/16

Lieblings-ClubNight/Party:
Orchid
Dancing with Tears in My Eyes

Lieblingssong: Too many!

Schlimmster Song: Otto Walkes singt Kinderweihnachtslieder

Lieblingsalbum:
Let Them Eat Chaos von Kate Tempest
Darkstar – Foam Island

Schlimmstes Album:
Ich habe keine schlimmen Alben, sondern einen ausgewählten Musikgeschmack.

Beste Memes: Too Many
Schlimmste Memes: Too Many

Beste Social Media Platform: Twitter
Schlimmste Social Media Platform: Facebook

Übelste Politische Ereignisse:
Wahl Trumps als Nachfolger von Obama
Brexit
Landtagswahlen und der Erfolg der AfD

Lieblingsfilme:
Paterson
Nachtmahr
Ein Mann namens Ove

Lieblingsfeministin:
Laurie Penny – treffender auf den Punkt bringt es kaum jemand
Chimamande Ngozi Adichie- ohne Worte
Tine Plesch – meine Lieblings-Cultural-Studies Feministin und wie wahnsinnig gerne hätte ich sie kennengelernt.
Und auch du, Evi. Zusammen mit Wally.

Das Enttäuschendste an 2016:
Rechtsextremismus überall.
Das Versagen unseres Staates.
Und der Tod von so vielen Ikonen einer für liberale Werte stehenden Gesellschaft, was fast schon prophetisch-apokalyptisch anmutet.

Das Schönste an 2016:
Dass es bald vorbei ist.

Und die drei Gegenstände, welche ich immer dabei habe: Einkaufstasche, Taschentuch und Brillenputztuch.


MAGGIE BERNREUTHER

Lieblingssongs: Agnes Obel – familiar

Schlimmste Songs: Rolf Zuckowski – in der Weihnachtbäckerei (leider topaktuell wie nie 🙁 )

Lieblingsalben: Michael Kiwanuka – Love & Hate

Schlimmste Alben: The Notwist -Superheroes, Ghostvillain + Stuff (niemand braucht live Alben!)

Lieblingsserien:
The Get Down (bit cheasy, aber ich fand es gut.)
Star Trek – Das nächste Jahrhundert (schaue ich gerade zum ersten Mal seit meiner Jugend komplett an und bin begeistert)

Enttäuschendste Serien: Daredevil 2. Staffel

Lieblingsfilme:
Toni Erdmann
The First Avenger – Civil War (sorry, aber ich steh auf Iron Man, schäm)

Enttäuschendste Filme: Hail Ceasar (bis auf ein paar fantastische Szenen, fehlte mir der überraschende Twist)

Lieblingsbücher / Buchtipps: no time to read 🙁

Lieblings-Radiosender: Radio Z

Lieblings-ClubNight/Party: Nürnberg Soulweekender, Dancing with tears in my eyes

Übelste politische Ereignisse: Wahl von Donald Trump

Beste politische Aktionen: Zentrum für politische Schönheit – Flüchtlinge fressen

Lieblingsfeminist*in: Double U CC

Das Enttäuschendste an 2016: Die Erkenntnis, dass der Kapitalismus immer siegen wird

Das Beste/Schönste an 2016: Der Bürgerpreis des Bayrischen Landtages für Radio Z / Radio Lora

Sonstiges: Ich fürchte mich vor 2017. Ich habe Angst um vieles. Dass es vieles was mir wichtig ist bald nicht mehr geben wird. Dass die Kämpfenden, für das Schöne und Gute bald am Ende ihrer Kräfte sind. Das hat mir 2016 leider immer wieder gezeigt. Dass Vernunft und Liebe und soziale Gerechtigkeit immer noch nicht ein Teil unserer Gesellschaft sind.


JANA WERNICKE

Lieblingssongs:
2 am Decaf – Less Romance
Soft Grid – Minus Planet
Andy Shauf – Alexander All Alone
Car Seat Headrest – Drunk Drivers/Killer Whales
One Sentence. Supervisor – Hedera Helix

Lieblingsalben:
Sons of Noel and Adrian – Turquoise Purple Pink
Astronautalis – Cut The Body Loose
Royal Canoe – Something got lost between here and the Orbit
Andy Shauf – Party
Black Oak – Equinox

Schlimmste Alben:
Annenmaykantereit  – Alles nichts konkretes
(So aalglatt und belanglos, dass es noch nichtmal etwas gibt an dem man sich stoßen könnte. Das ist nicht nur schlecht, sondern vor allem langweilig und angepasst. Wenigstens der Titel passt.)

Serien:
Broadchurch
Stranger Things

Filme:
Paterson
Der Nachtmahr

Radiosender:
Radio Z

Lieblingskonzerte:
Soft Grid – MV40
Sometree am Marktplatz vom Storkow auf dem Alinæ Lumre Festival
Ceschi Ramos + Andy the Doorbum – Zentralcafe

Lieblingsfestival:
One of a Million Festival – Baden (CH)

Lieblingsvorträge:
Ringvorlesung Philosophie – Erlangen

Übelste Politische Ereignisse:
Viel zu viele, von denen die US-Wahl nur am deutlichsten sichtbar wurde

Lieblingsfeministin:
Jede Frau, die sich traut ganz selbstverständlich in eine Band zu gründen, aufzulegen oder sonst wie kulturell mitzumischen und somit das Nachtleben etwas bunter macht

Schönste:
Zugfahren um gute Freunde in tollen Städten zu besuchen


CARMEN ‘DOUBLE U CC’ WESTERMEYER

Lieblingssongs: Princess Nokia – Mine // Tommy Genesis – Angelina // Reykjavíkurdætur – Búinaðbangann

Schlimmste Songs: Lady Leshurr – Queen Speech 6 (ein guter Song braucht mehr, als nur andere Frauen ihres Aussehens wegen zu dissen)

Lieblingsalben / -EPs: Princess Nokia – 1992 // yunis – Eclat // Gantz – witch blues

Schlimmste Alben: Beginner – Advanced Chemistry

Lieblingsserien: BoJack Horseman!! –  The Knick – Haters back off!

Enttäuschendste Serien: Luke Cage – Stranger Things – Altes Geld

Lieblingsfilme: Borgman

Enttäuschendste Filme: Twinfruit: Die Dose muss menschlich werden

Lieblingsbücher / Buchtipps: Mithu M. Sanyal: Vulva. Die Enthüllung des unsichtbaren Geschlechts

Lieblings-(Online-)Magazine: Nachdenkliche Sprüche mit Bilder

Lieblings-Zeitungen/Online-Nachrichtenportale: Lügenpresse – Postillon

Lieblingsblogs: Time for Girl Power

Lieblings-Radiosender: Radio Z 😉

Lieblings-Apps: Instagram

Lieblings-Konzerte: Tommy Genesis – Paigey Cakey – Marie Davidson

Enttäuschendste Konzerte: Gnucci

Lieblings-Vorträge:  thats why the lady is a fan

Lieblings-ClubNight/Party: Pitchblack !!! – Trouble in Paradise – MV40

Beste Memes: Nihilist Memes – Klassik Memes

Beste Social Media Plattform: Instagram

Schlimmste Social Media Plattform: Facebook

Übelste politische Ereignisse: alles rund um die vermeintliche „Flüchtlingskrise“

Beste politische Aktionen: #aufschrei, Team Gina Lisa

Lieblingsfeminist*in: Mithu Sanyal, – Maja Malou Lyse – curated by girls

Das Enttäuschendste an 2016: mein Unfall

Das Beste/Schönste an 2016: meine Freunde & Familie

Sonstiges: i#m up 4 2017!

Jahresendlisten-Attacke – Teil 1 ??

Ich habe schon immer eine Hassliebe zu Jahresendbestenlisten, aber die will ich hier gar nicht groß ausführen, nur eins: Es gibt zu wenige von Frauen! Um das zu ändern habe heuer mal lauter Lieblingsfrauen aus meinem Umfeld in Nürnberg gefragt, ob sie Zeit und Lust hätten für meinen Blog eine zu machen. So wurde meine erste Jahresendliste 2016 eine mit lauter großartigen Frauen aus der Nürnberger Ecke; Frauen, die sich mit allem möglichen beschäftigen – Kunst, Musik, Fotografie, Kochen, Film, Büchern, Sexualität, Menschrechtsaktivismus, Lehren, Reisen, Wissenschaft, Technik, Internetkram, Programmieren, Tanz, Politik, Gastronomie, Radio, Familie, und vieles mehr. Jeder davon verdanke ich ein bisschen von der Energie, die mich vorantreibt, und eigentlich hätte jede von ihnen einen langen Blogpost darüber verdient, warum ich sie so toll und interessant finde. Stattdessen aber überlasse ich lieber ihnen selbst den Platz, bzw ihren Jahresendlisten. Mehr davon! <3

Lange nicht alle haben mitgemacht, teils weil sie diese Listen nicht mögen, teils weil die Zeit nicht reichte (ihr könnt aber gern immer noch nachreichen!), oder – unsinnigster Grund! – weil sie denken, sie seien zu langweilig dafür. Aber es sind doch einige zusammengekommen, und die werde ich jetzt in drei Teilen veröffentlichen. Die Fotos zeigen übrigens jeweils drei Dinge, die diejenige das ganze Jahr fast immer dabei hatte, wenn sie unterwegs war.

Viel Vergnügen damit, hier kommen die ersten fünf: Lilly Urbat, Eva Drescher, Andrea Kuhn, Mo Bach und Jess Threat!

JESS THREAT

Lieblingssongs:
Hungry in the head von DEFECTORS
Quit your job von SNOB
G.L.O.S.S. (we’re from the future) von G.L.O.S.S.

Lieblingsalben: drei von vielen:
SYNTHETIC ID Impulses LP
ANXIETY s/t 12″
CULT VALUES s/t Lp

Lieblingsserien:
BROADCHURCH
STRANGER THINGS
WESTWORLD

Lieblingsbücher / Buchtipps: Die Dada Baroness – das wilde Leben der Elsa von Freytag-Loringhausen

Lieblings-Radiosender: Radio Z, weil ich seit 8 Jahren dank DIY or die aktuelle Punkplatten vorstellen kann

Lieblings-Konzerte:
SHOPPING im K4/Nbg
NADIE + GOOD THROB im West Germany/Berlin
SNOB + NACHTHEXEN im P31/Nbg

Übelste politische Ereignisse: Zu viele…aber wohl auch: Trump. Dark days ahead of us.

Lieblingsfeminist*in: Anita Sarkeesian, Burschenschaft Hysteria

Das Enttäuschendste an 2016: Das gesamte Jahr war nur eine Folge von Twilight Zone, oder? Oder?!

Das Beste/Schönste an 2016: einen guten Plan für 2017 aushecken


MO BACH

Lieblingssong: We The People – A Tribe Called Quest

Lieblingsalbum: Michael Kiwanuka – Love & Hate

Schlimmstes Album: Bon Iver – 22 a million

Lieblingsserie: Modern Family

Enttäuschendste Serie: The Get Down (Netflix)

Lieblingsfilme: What Happened Miss Simone

Enttäuschendster Film: Avengers – Civil War

Lieblingsbuch / Buchtipp: Die weiteren Ausichten – Robert Seethaler

Lieblingsmagazin: Chap Magazine (nicht online)

Lieblings-Radiosender: Radio Z

Lieblings-App: Hay Farm

Lieblings-Konzert: Tindersticks – München Kammerspiele

Enttäuschendstes Konzert: Wrongkong – Festsaal

Lieblings-Vortrag: Edel Extra – Was ist Kunst?

Lieblings-ClubNight/Party: Dancing With Tears In My Eyes

Schlimmste Social Media Plattform: Tinder

Übelstes politisches Ereignis: Brexit

Beste politische Aktion: Als Schulz einen Abgeordneten rausgeworfen hat

Lieblingsfeminist*in: PJ Harvey (always)

Das Enttäuschendste an 2016: Bauabschnitt 3 (Künstlerhaus/K4/KOMM)

Das Beste/Schönste an 2016: Mathilde zu sperren und gut damit sein


ANDREA KUHN

Lieblingsalben: Lucinda Williams – The Ghosts of Highway 20

Lieblingsserien: sagen wir: guiltiest pleasure (auf Empfehlung eines jungen indischen Lesbenpärchens!): Lost Girl (und das ist nun wirklich keine objektiv gute Serie, aber eine hingebungsvoll enthemmte Heldinnengeschichte, die statt auf Testosteron und faschistoide Lone-Wolf-Held auf Stärke durch Loyalität und Freundschaft baut)

Enttäuschendste Serien: House of Cards

Lieblingsfilme: Toni Erdmann – keine Frage!

Enttäuschendste Filme: I, Daniel Blake, mag Ken Loach wirklich gerne, bin aber zunehmend mehr gelangweilt von Männer-Melodramen, egal, wie wohlgemeint sie sind

Lieblingsbücher / Buchtipps: Didier Eribon: Rückkehr nach Reims

Lieblings-(Online-)Magazine: Al Jazeera English Features für einen internationaleren Blick auf die große weite Welt und nicht nur das, was wir hier in den Nachrichten wahrnehmen

Lieblings-Zeitungen/Online-Nachrichtenportale: New York Times

Lieblingsblogs: Medico, da gibt es intelligente und reflektierte Informationen aus unserer durchgeknallten Welt

Lieblings-Radiosender: natürlich unsere Freund*innen von Radio Z

Lieblings-Apps: ISS-Detektor – echt!

Lieblings-Vorträge: Resisting Resilience. Mark Neocleous (hier in Abschrift und mit Video – ist eigentlich aus dem Vorjahr, aber so gut, dass er auf die Liste musste!

Lieblings-ClubNight/Party: oh je, party pooper, me

Beste Social Media Plattform: Facebook, weil’s die einzige ist, die ich nutze – und das nur beruflich

Schlimmste Social Media Plattform: Facebook

Übelste politische Ereignisse: Der Nationalismus, der überall aus den Ritzen kriecht, und die Parteien und Leute, die ihm den Mund reden

Beste politische Aktionen: der nationale und internationale Protest gegen die politisch motivierte Anklage meiner Festival-Kollegin Lena Hendry in Malaysia, der half, einen juristischen Sieg zu erringen, leider ging die Regierung in Berufung und z. Zt. steht Lean wieder vor Gericht – mit Aussicht auf bis zu drei Jahren Haft für das Zeigen eines Films!

Lieblingsfeminist*in: Mhairi Black, schottische Abgeordnete

Das Enttäuschendste an 2016: Brexit

Das Beste/Schönste an 2016: meine Teilnahme am KASHISH Mumbai International Queer Film Festival, so großartige Leute kennengelernt, viel Spaß gehabt und außerdem noch die LGBT Community vor Ort getroffen, Filme gesehen und wurde fast auf Händen getragen. Langfristige Freundschaften (hoffentlich) geschlossen!


EVA DRESCHER

Lieblingssongs:
Eagulls – Nerve Endings
Diät – Young and Successful

Lieblingsalben:
Disappears – Irreal
David Bowie – Blackstar

Lieblingsserien:
Braunschlag
Altes Geld

Lieblingsbücher / Buchtipps:
Horzon – Das weiße Buch
Uwe Timm – Halbschatten

Lieblings-Zeitungen/Online-Nachrichtenportale:
jungle world
taz

Lieblingsblogs: Breaking The Waves

Lieblings-Radiosender:
BR 2
Deutschlandfunk

Lieblings-Konzerte:
Shopping (K4, Nürnberg)
Human Abfall & Mosquito Ego & SUV (K4, Nürnberg)
XyeahX Summer Fest (Cairo, Würzburg)

Lieblings-Vorträge:
Wolfgang Seidel: Wir müssen hier raus! – Krautrock, Free Beat, Reeducation

Lieblings-ClubNight/Party:
Dancing With Tears In My Eyes

Lieblingsfeminist*in:
Sibylle Berg


LILLY URBAT

Lieblingssongs:
Hold Up (Beyonce)
Tomboy (Princess Nokia)
Miley Cyrus – Wrecking Ball (DJ Detweiler Remix).

Schlimmste Songs: Alles von Fifth Harmony und „Guantanamera“.

Lieblingsalben:
Lemonade (Beyoncé)
World Vision (Tommy Genesis)

Schlimmste Alben: Glory (Britney Spears).

Lieblingsvideoarbeit:
Nightlife (Cyprien Gaillard)
Massage the History (Cameron Jamie)

Lieblingsfilme:
Belladonna of Sadness (Eiichi Yamamoto)
Above and Below (Nicolas Steiner)
Love (Gaspar Noe).

Lieblingsbücher / Buchtipps: Cora Frost – Mein Körper ist ein Hotel.

Lieblings-(Online-)Magazine:
Interview
i-D (Vice)
Real Life

Lieblings-Zeitungen/Online-Nachrichtenportale:
Hab Anfang 2016 mein Freitag Abo gekündigt. Jetz les ich quer. hm. vllt Guardian.

Lieblingsblogs/vlogs:
Wait But Why
Mary Jane (Snoop Doggs Youtube Kanal).

Lieblings-Radiosender: Z. Besonders die Sendung 404 ^^. Podcast bleibt 2016 der Realitätsabgleich.

Lieblings-Apps:
Snapchat
Sleep Better
Clue

Lieblings-Konzerte:
Tommy Genesis (Trouble in Paradise, Zentralcafé)
Sarah Farina (Fusion)
POLIZEI (Absolventenausstellung AdBK).

Enttäuschendste Konzerte: The Robocop Kraus. Aber es tut mir so leid das hinzuschreiben!

Lieblings-Vorträge:
Deiner, „That’s Why The Lady Is A Fan“
Prof. Kerstin Stakemeier und Dr. Lars Blunck, „Konsequenzen der Kunst“. Überhaupt ist Kerstin Stakemeier badass!

Lieblings-ClubNight/Party:
C L O S E R (Z-Bau)
Trouble in Paradise (Zentralcafé)
Mike Skinner DJ Set (Freund und Kupferstecher, Stuttgart)

Beste Memes: Da bin ich raus. Aber shoutouts zu den Zeichnungen von @filthyratbag (Celeste Mountjoy).

Beste Social Media Plattform: Youtube. Ich werd immer älter und Youtube lebt.

Schlimmste Social Media Plattform: Whatsapp.

Übelste politische Ereignisse: Ich kann das nicht gegeneinander aufwiegen.

Beste politische Aktionen: Meine Schwester, die ihrem alten (Schul)Freund Markus Söder gestern auf Facebook öffentlich ins Gewissen geredet hat. ^^

Lieblingsfeminist*in:
Tschan Andrews
Kerstin Stakemeier
double u cc

Das Enttäuschendste an 2016: Immer noch viele Menschen vergessen regelmäßig ihre Meinung upzudaten.

Das Beste/Schönste an 2016: Ich hab nichts gearbeitet auf das ich keine Lust hatte.

Bestes Festival: Vigyázz

Bester Kunstverein: Edel Extra

Bestes Medikament: Liebe